Dark Matter Galaxy


Die Relativitätstheorie basiert auf dem Relativitätsprinzip von Galileo. Hier ist Raum, Fragen zur Relativität zur diskutieren.

langlebiges Kaon

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Beitrag Do 1. Sep 2016, 13:14

Re: Dark Matter Galaxy

Zu DE (nicht DM):
TomS hat geschrieben:
Solkar hat geschrieben:Das grundlegende Problem ist, dass man sich zu den gemessenen Quanta über 100% wirksame Geister hinzu erfinden muss.

Sorry, ich versteh's nicht.

Wir messen die kosmische Expansion basierend auf der Rotverschiebung von Licht, das von ordinary matter ausgesandt wird. Zum Fitten an die Theorie erfinden wir dann das rund 14-fache, also 1400% des Äquivalents der ordinary matter hinzu.
Das ist empirisch ein wenig dünn.
Es wäre übrigens auch schon bedenklich dünn, wenn es "nur" 100% wären.
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Proton

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Beitrag Do 1. Sep 2016, 14:52

Re: Dark Matter Galaxy

Solkar hat geschrieben:Wir messen die kosmische Expansion basierend auf der Rotverschiebung von Licht, das von ordinary matter ausgesandt wird. Zum Fitten an die Theorie erfinden wir dann das rund 14-fache, also 1400% des Äquivalents der ordinary matter hinzu.
Das ist empirisch ein wenig dünn.

Wieso erfinden wir das 14-fache? Wir messen es doch und weil wir's nicht verstehen, nennen wir es 'dunkel'. Oder gelten Deine Zweifel der Standard-Kerzen Methode?

Ich sehe das nicht als das 14-fache Äquivalent der normalen Materie, sondern als das 14-fache der Energiedichte.
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langlebiges Kaon

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Beitrag Do 1. Sep 2016, 16:02

Re: Dark Matter Galaxy

Ich verstehe euch beide.

Ja, die Theorie der DM leidet darunter, dass man nicht eine kleine Korrektur vornimmt, sondern dass man i) das 14-fache der Masse "hinzuerfindet", um andere Theorien zu retten, und dass man ii) diese neue Materieform so erfindet (erfinden muss), dass sie kaum direkt nachweisbar ist.

Aber es ist nun mal so, dass die Diskrepanzen derart groß sind. Eine kleine Korrektur ist offensichtlich nicht ausreichend. Alternativen wie MOND (veraltet) oder TeVeS sind auch keine kleinen Korrekturen zur ART.

Meine Frage bezog sich aber nicht auf die DM sondern auf die DE; da sehe ich nämlich mit einer kosmologischen Konstanten nicht unbedingt ein Problem.
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Beitrag Do 1. Sep 2016, 16:08

Re: Dark Matter Galaxy

TomS hat geschrieben:Meine Frage bezog sich aber nicht auf die DM sondern auf die DE

Meine Antwort auch.
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langlebiges Kaon

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Beitrag Do 1. Sep 2016, 16:21

Re: Dark Matter Galaxy

Dann versteh' ich's noch weniger.

Bei der DE musst du nichts hinzuerfinden!

Du führst eine weitere Konstante in die ART ein, die du nicht als Energiedichte irgendeines famosen neuen Stoffs interpretierst, sondern einfach als kosmologische Konstante. Sie kann im Rahmen der Renormierungsgruppentheorie behandelt werden. Und es existieren in diesem Kontext numerische Hinweise, dass weitere Konstanten darüberhinaus zu Null gesetzt werden können und unter dem Renormierungsgruppenfluss auch Null bleiben. Ich halte das für ein vernünftiges und konsistentes Szenario.
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Beitrag Do 1. Sep 2016, 16:55

Re: Dark Matter Galaxy

TomS hat geschrieben:Du führst eine weitere Konstante in die ART ein, die du nicht als Energiedichte irgendeines famosen neuen Stoffs interpretierst, sondern einfach als kosmologische Konstante.

Und als Energie des Vakuums. Das ist zwar nicht "Stoff" im engeren Sinne, aber zumindest Lebensraum von Teilchen, die aus Quantenfluktuationen entstehen, und somit ein Maß für die Energiedichte liefern. Leider passt die Dichte aber numerisch so gar nicht zu dem was man zum Fitten der kosmologischen Konstante auf die beschleunigte Expansion bräuchte.

TomS hat geschrieben:Sie kann im Rahmen der Renormierungsgruppentheorie behandelt werden.

Also wie bei die Heimwerkers - was nicht passt, wird passend gemacht? :D
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Proton

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Beitrag Do 1. Sep 2016, 16:59

Re: Dark Matter Galaxy

TomS hat geschrieben:Ja, die Theorie der DM leidet darunter, dass man nicht eine kleine Korrektur vornimmt, sondern dass man i) das 14-fache der Masse "hinzuerfindet", um andere Theorien zu retten, und dass man ii) diese neue Materieform so erfindet (erfinden muss), dass sie kaum direkt nachweisbar ist.

Solkar's Faktor 14 ist das Verhältnis der Energiedichten der DE und der baryonischen Materie 70/5. DM zu baryonisch ist etwa 5.

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Beitrag Do 1. Sep 2016, 17:21

Re: Dark Matter Galaxy

Solkar hat geschrieben: Und als Energie des Vakuums.

Oder als Quintessenz, einem Feld nebst Teilchen. Nach Spektrum 9.16 soll mit wesentlich verbesserter Empirie innerhalb der nächsten 10 Jahre die Frage Vakuumenergie oder Quintessenz beantwortet sein.
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langlebiges Kaon

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Beitrag Do 1. Sep 2016, 23:11

Re: Dark Matter Galaxy

Solkar hat geschrieben:
TomS hat geschrieben:Du führst eine weitere Konstante in die ART ein, die du nicht als Energiedichte irgendeines famosen neuen Stoffs interpretierst, sondern einfach als kosmologische Konstante.

Und als Energie des Vakuums. Das ist zwar nicht "Stoff" im engeren Sinne, aber zumindest Lebensraum von Teilchen, die aus Quantenfluktuationen entstehen, und somit ein Maß für die Energiedichte liefern.

Das ist ein Irrtum. Betrachtet man ausschließlich die ART, so besteht kein Grund, die kK als "Energiedichte" aufzufassen. Die kK hat einen endlichen (kleinen) Wert, die Energiedichte aus <T00> ist exakt Null.

Solkar hat geschrieben:Leider passt die Dichte aber numerisch so gar nicht zu dem was man zum Fitten der kosmologischen Konstante auf die beschleunigte Expansion bräuchte ... Also wie bei die Heimwerkers - was nicht passt, wird passend gemacht? :D

Hast du dir die Rechnungen zur "asymptotic Safety" schon mal genauer angeschaut?

Darum geht es jedoch gar nicht. Fakt ist, dass man nichts Neues einführen muss, wenn man aufhört, die DE als Feld zu betrachten (das tun Stringtheoretiker gerne, weil man dann wieder ein neues Modell hat, das 'zig Publikationen hergibt; aber experimentell ist das m.E. nicht motivierbar)
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Beitrag Fr 2. Sep 2016, 10:41

Re: Dark Matter Galaxy

TomS hat geschrieben:
Solkar hat geschrieben:
TomS hat geschrieben:Du führst eine weitere Konstante in die ART ein, die du nicht als Energiedichte irgendeines famosen neuen Stoffs interpretierst, sondern einfach als kosmologische Konstante.
Und als Energie des Vakuums. Das ist zwar nicht "Stoff" im engeren Sinne, aber zumindest Lebensraum von Teilchen, die aus Quantenfluktuationen entstehen, und somit ein Maß für die Energiedichte liefern.
Das ist ein Irrtum.

Nö. Das ist die Überlegung, die zu dem führt, was man gemeinhin als Problem der kosmologischen Konstante bezeichnet, und das ich in dem von Dir nicht zitierten folgenden Satz umrissen hatte.
Und ich vermute stark, dass Du das auch weißt.

TomS hat geschrieben:
Solkar hat geschrieben:Leider passt die Dichte aber numerisch so gar nicht zu dem was man zum Fitten der kosmologischen Konstante auf die beschleunigte Expansion bräuchte ... Also wie bei die Heimwerkers - was nicht passt, wird passend gemacht? :D
Hast du dir die Rechnungen zur "asymptotic Safety" schon mal genauer angeschaut?

Rechnungen von dem Umfang schaue ich mir erst dann an, wenn zumindest das Rationale resp. Abstract verspricht, dass mich das Topic interessieren könnte.
Das ist hier nicht der Fall - viel mathematisches weißes Rauschen und tunlichst so wenig Physik, dass es auf keinen Fall empirisch widerlegt werden könnte. Das ist zumindest mein Eindruck, und das erinnert mich frappierend an die Crux mit der ST.

Btw - seit wann hegst Du eigentlich ein Faible für Renormalisierung? Ich meine zu erinnern, dass wir uns mal einig waren, dass das ein Verfahren ist, das immer auch eine plausible physikalische Rechtfertigung braucht, und zwar abseits des bloßen Wunsches, eine Theorie rund zu klopfen.
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Beitrag Fr 2. Sep 2016, 18:10

Hallo Solkar,

Solkar hat geschrieben:Btw - seit wann hegst Du eigentlich ein Faible für Renormalisierung?

Renormalisierung ist ein Standardverfahren in der Quantenmechanik. Insofern ist die Referenzierung darauf nichts Ungewöhnliches und entspricht vielmehr dem Mainstream.

Das Stichwort "asymptotic safety" spannt einen relativ weiten Bogen, trotzdem ist der Hinweis darauf richtig und gut. Man kann alternativ dazu natürlich auch gleich das passendere Thema "Quantengravitation und DE/DM" ansprechen, allerdings ist das auch ein relativ weites und auch ziemlich komplexes Thema.
Freundliche Grüße, B.

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Beitrag Fr 2. Sep 2016, 19:07

Re:

Bernhard hat geschrieben:
Solkar hat geschrieben:Btw - seit wann hegst Du eigentlich ein Faible für Renormalisierung?

Renormalisierung ist ein Standardverfahren in der Quantenmechanik.


Wo bitte hatte ich, Deiner Meinung nach, etwas anderes behauptet?
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Beitrag Fr 2. Sep 2016, 21:03

Solkar hat geschrieben:Wo bitte hatte ich, Deiner Meinung nach, etwas anderes behauptet?

So war das nicht gemeint. Ich hatte mich vielmehr über diese Frage gewundert:
Solkar hat geschrieben:Btw - seit wann hegst Du eigentlich ein Faible für Renormalisierung? Ich meine zu erinnern, dass wir uns mal einig waren, dass das ein Verfahren ist, das immer auch eine plausible physikalische Rechtfertigung braucht, und zwar abseits des bloßen Wunsches, eine Theorie rund zu klopfen.
Freundliche Grüße, B.
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Beitrag Sa 3. Sep 2016, 06:46

Re: Dark Matter Galaxy

Solkar hat geschrieben:
TomS hat geschrieben:
Solkar hat geschrieben:
TomS hat geschrieben:Du führst eine weitere Konstante in die ART ein, die du nicht als Energiedichte irgendeines famosen neuen Stoffs interpretierst, sondern einfach als kosmologische Konstante.
Und als Energie des Vakuums. Das ist zwar nicht "Stoff" im engeren Sinne, aber zumindest Lebensraum von Teilchen, die aus Quantenfluktuationen entstehen, und somit ein Maß für die Energiedichte liefern.
Das ist ein Irrtum.

Nö. Das ist die Überlegung, die zu dem führt, was man gemeinhin als Problem der kosmologischen Konstante bezeichnet, und das ich in dem von Dir nicht zitierten folgenden Satz umrissen hatte.
Und ich vermute stark, dass Du das auch weißt.

Leider unvollständig zitiert.

Das ist ein Irrtum. Betrachtet man ausschließlich die ART, so besteht kein Grund, die kK als "Energiedichte" aufzufassen. Die kK hat einen endlichen (kleinen) Wert, die Energiedichte aus <T00> ist exakt Null.

Natürlich bleibt das Rätsel, wieso weitere Quantenfelder nur einen verschwindend kleinen Beitrag zur kK leisten. Aber es besteht kein Problem dahingehend, dass man zwingend neue Entitäten definieren müsste, z.B. DE als Feld auffassen, SUSY, Strings o.ä. Und eine Behandlung im Rahmen der Renormierungsgruppentheorie zeigt, dass eine konsistente Quantisierung der Gravitation ohne SUSY / SUGRA, Strings, neue Quantisierungsvorschriften a la LQG, ... in Reichweite ist, und dass realistische (endliche) Werte für die freien Parameter der Theorie konsistent sind.

Ich halte das für eine vielversprechende Idee.


Solkar hat geschrieben:
TomS hat geschrieben:
Solkar hat geschrieben:Leider passt die Dichte aber numerisch so gar nicht zu dem was man zum Fitten der kosmologischen Konstante auf die beschleunigte Expansion bräuchte ... Also wie bei die Heimwerkers - was nicht passt, wird passend gemacht? :D
Hast du dir die Rechnungen zur "asymptotic Safety" schon mal genauer angeschaut?

Rechnungen von dem Umfang schaue ich mir erst dann an, wenn zumindest das Rationale resp. Abstract verspricht, dass mich das Topic interessieren könnte.
Das ist hier nicht der Fall - viel mathematisches weißes Rauschen und tunlichst so wenig Physik, dass es auf keinen Fall empirisch widerlegt werden könnte. Das ist zumindest mein Eindruck, und das erinnert mich frappierend an die Crux mit der ST.

Du schaust dir die Rechnungen nicht an, weißt aber trotzdem, dass sie nichts taugen?
Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.
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Beitrag Sa 3. Sep 2016, 07:21

Re: Dark Matter Galaxy

TomS hat geschrieben:
Solkar hat geschrieben:
TomS hat geschrieben:
Solkar hat geschrieben:
TomS hat geschrieben:Du führst eine weitere Konstante in die ART ein, die du nicht als Energiedichte irgendeines famosen neuen Stoffs interpretierst, sondern einfach als kosmologische Konstante.
Und als Energie des Vakuums. Das ist zwar nicht "Stoff" im engeren Sinne, aber zumindest Lebensraum von Teilchen, die aus Quantenfluktuationen entstehen, und somit ein Maß für die Energiedichte liefern.
Das ist ein Irrtum.

Nö. Das ist die Überlegung, die zu dem führt, was man gemeinhin als Problem der kosmologischen Konstante bezeichnet, und das ich in dem von Dir nicht zitierten folgenden Satz umrissen hatte.
Und ich vermute stark, dass Du das auch weißt.

Leider unvollständig zitiert.

Nö.
Schon der erste Satz
TomS hat geschrieben:Das ist ein Irrtum
war falsch, deshalb war das Zitieren der Begründung entbehrlich.

TomS hat geschrieben:
Solkar hat geschrieben:Rechnungen von dem Umfang [i.e. zur sog asymptotic safety] schaue ich mir erst dann an, wenn zumindest das Rationale resp. Abstract verspricht, dass mich das Topic interessieren könnte. Das ist hier nicht der Fall - viel mathematisches weißes Rauschen und tunlichst so wenig Physik, dass es auf keinen Fall empirisch widerlegt werden könnte. Das ist zumindest mein Eindruck, und das erinnert mich frappierend an die Crux mit der ST.
Du schaust dir die Rechnungen nicht an, weißt aber trotzdem, dass sie nichts taugen?
Wenn ich aus dem Abstract bzw Rationale keine realistische Falsifikationsmöglichkeit erkennen kann, dann interessiert mich die Qualität der Rechnungen nicht.
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