Beitrag Fr 12. Feb 2016, 14:35

Re: Was macht mich als bewussten Menschen aus?

Ob ein System Bewusstsein hat oder nicht, fragen wir i.A. erst dann, wenn das System Reize verarbeitet; nehmen wir also einmal "Fähigkeit zur Reizverarbeitung" als notwendiges Merkmal von Bewusstsein an.

Sei X ein m-Vektor von äusseren Reizen und f(g(X)) die Response des Systems, wobei g(X) eine beliebige vektorwertige Funktion ist.

Hinreichend ist das Kriterium "Fähigkeit zur Reizverarbeitung" sicherlich noch nicht - sonst hätte jedes Gadget mit einem Button ein Bewusstsein, und das wäre sicherlich jenseits der Bedeutungsgrenzen von "Bewusstsein".

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Sei nun
g(X) = (X, f(X));
die Response also sowohl von den Reizen, als auch selbst von der Verarbeitung der Reize abhängig.

Zu dieser Rekursion sind schon deutlich weniger Systeme fähig, aber z.B. auch Programme in Interpretersprachen nutzen dies in Form sog. "Introspektion".

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Allerdings brechen gängige Automaten die Introspektion entweder nach einer festkodierten (meist geringen) Rekusionstiefe (nämlich 1) ab, oder es gibt einen Stacküberlauf.

Wenn der Abbruch jener Rekusion jedoch sowohl - in sehr weiten Grenzen - variabel als auch trainierbar und trainiert ist, könnte man mMn von Bewusstsein sprechen.
Old MacDonald had a form
$e_i\,\wedge\,e_i = 0$
(N.N. on Physics Forums)