AKW - Ja oder Nein ?


Hier ist Platz für alle physikalischen Themen, die nicht so recht in die obigen Kategorien passen. Legt hier gerne neue Themen an, bei deren Einordnung ihr unsicher seid. Wir verschieben sie dann an den richtigen Platz.

Photon

Beiträge: 6

Registriert: Di 31. Mai 2011, 07:48

Beitrag Di 31. Mai 2011, 20:25

Re: AKW - Ja oder Nein ?

Hallo Quadrat,
Danke für Deine Antwort.
Bzgl. des Super GAU. Können wir uns einigen wenn wir sagen, dass die Kombination der Ereignisse nicht erwartet wurde? Also durchaus möglich, dass durch das unerwartet hohe (?) Erdbeben Schäden an der Infrastruktur und am Kühlkreislauf auftraten und durch die unerwartet hohe (?) Wasserwelle weiter Schäden an Geräten entstand, die im Zusammenhang mit unzureichender Wartung und / oder Nachrüstung (?) und dem nicht absolut folgerichtigen Handeln (falsche Prioritäten, die Situation falsch eingeschätzt, die Bevölkerung und evtl. auch die Regierung nicht gleich ausreichend informiert, etc.) (?) zu dieser schrecklichen Katastrophe geführt haben. Bitte, das ist nur hypotethisch, ich weiß nicht was wirklich geschah.

Mal ein paar gewagte Theorien:
Was kostet es jetzt in Japan, wenn ein Gebiet ca. 30 km um die Kraftwerksanlage für 100 Jahre unbewohnbar und nicht bestellbar ist? 40 Mrd. € hat der japanische Staat TEPCO als Sofortmaßnahem bereits zur Verfügung gestellt. Der komplette Schaden wird wohl nie beziffert sondern auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen. Wirklich an Geld wird sicher ein 3-stelliger Mrd. Betrag fliessen. Umgerechnet auf die KWh aller japanischen Kernkraftwerke sind das ca. 0,xx €! Recherchiert doch mal selbst, den jährlichen Stromenergieverbrauch in Japan, davon abgedeckt durch Kernkraft. Überlegt einmal wieviel mag es kosten alle Menschen aus dem Sperradius zu evakuieren und neu anzusiedeln? Nur mal zum nachdenken. Wenn für 1 Mio Menschen nur 1.000 € ausgegeben werden ist das bereits 1 Mrd! Wenn die Landwirtschaft in diesem Gebiet in der Lage ist diese Leute zu versorgen und jeder Mensch ca. 100 € pro Monat an Lebensmittel ausgegeben hat, dann ist das wieder 1. Mrd pro Jahr für 1 Mio Menschen. Wenn das Gebiet nur für 100 Jahre unbewohnbar ist, sind es schon 100 Mrd! Ähnliche Rechnungen können wir mit Verbrauchsgütern anstellen, Möbeln, Kleider, etc. Ich will hier nicht überfordern, nur ein bisschen zum nachdenken anregen.
Ich persönlich bezweifle dass sich Kernenergie in Japan gegenüber alternativen umweltfreundlichen Energien rechnen wird. Gegenrechnungen und Gegenargumente sind willkommen.
Wollen wir wirklich riskieren dass uns Stromenergie so viel kostet? Quasi ein Glückspiel mit unbekannten odds? Wenn alles gut geht haben wir "billigen"(?) Strom, wenn nicht halt Pech gehabt. Jedenfalls die, die nicht in unmittelbarer Nähe des betroffenen Kraftwerkes wohnten, die anderen nämlich haben voll Pech gehabt, alles verloren und evtl. auch noch ihre Gesundheit?
Ich will damit nur sagen: Wenn Stromerzeugungskosten als Argument herangezogen werden, dann aber bitte etwas differenzierter. Atomstrom kostet 0,04 € / KWh. Was genau ist da drin und was noch kommt oben drauf? Ausstieg aus der Kernenergie (ca. 20%), Ersatz durch erneuerbare (ca. 15%) und Gaskraftwerke (Rest) kostet ca. 10% mehr. Anders ausgedrückt. wenn ich ca. 10% Energie spare, ist es für mich kostenneutral! Bitte immer wieder berücksichtigen die versteckten Kosten (nicht die Risikokosten) betragen deutlich mehr als 10%. Umstieg auf erneuerbare Energien ist ehrlich gerechnet womöglich auch noch billiger und schafft nachher auch noch Arbeitsplätze. Wie das? Wir schaffen dadurch Know How ... und davon lebt Deutschland!

Gluon

Beiträge: 19

Registriert: Do 10. Jun 2010, 14:38

Beitrag Mi 1. Jun 2011, 01:02

Re: AKW - Ja oder Nein ?

Hallo No-Idea
Was kostet es jetzt in Japan, wenn ein Gebiet ca. 30 km um die Kraftwerksanlage für 100 Jahre unbewohnbar und nicht bestellbar ist?

Mein Kenntnisstand bezüglich der Unbewohnbarkeit ist ein anderer aber womöglich schon veraltet. Quellen sind herzlich willkommen. Selbst in Hiroshima und Ukraine läuft das Leben weiter, obwohl es da richtig (Kettenreaktion) geknallt und nicht "bloß" Knallgasexplosionen mit Kernschmelze gegeben hat.
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/d ... r-dem-atom
Siehe Kommentare

40 Mrd. € hat der japanische Staat TEPCO als Sofortmaßnahem bereits zur Verfügung gestellt. Der komplette Schaden wird wohl nie beziffert sondern auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen. Wirklich an Geld wird sicher ein 3-stelliger Mrd. Betrag fliessen. Umgerechnet auf die KWh aller japanischen Kernkraftwerke sind das ca. 0,xx €! Recherchiert doch mal selbst, den jährlichen Stromenergieverbrauch in Japan, davon abgedeckt durch Kernkraft. Überlegt einmal wieviel mag es kosten alle Menschen aus dem Sperradius zu evakuieren und neu anzusiedeln? Nur mal zum nachdenken. Wenn für 1 Mio Menschen nur 1.000 € ausgegeben werden ist das bereits 1 Mrd! Wenn die Landwirtschaft in diesem Gebiet in der Lage ist diese Leute zu versorgen und jeder Mensch ca. 100 € pro Monat an Lebensmittel ausgegeben hat, dann ist das wieder 1. Mrd pro Jahr für 1 Mio Menschen. Wenn das Gebiet nur für 100 Jahre unbewohnbar ist, sind es schon 100 Mrd! Ähnliche Rechnungen können wir mit Verbrauchsgütern anstellen, Möbeln, Kleider, etc.

Nach all den Wirtschaftskrisen, Katastrophen (die Tsunamiwelle soll ganze Siedlungen einfach weggerissen haben, deren Aufbau nicht weniger, sondern wohl weit) und Rettungspakete deren Frequenz vielfach größer ist, lassen diverse Kostenrechnungen kalt. AUßerdem verstehe ich die Rechnung nicht. Würden die Japaner, wenn sie nicht umgesiedelt werden müssen, kein Geld ausgeben? Außerdem verschwindet das Geld auch nicht einfach. Wie gesagt bei der Frequenz der Super-Gaus und deren Folgen (um an denTsunami und den Erdbeben heranzukommen muss bei Fukushima wohl noch etwas unvorstellbares passieren. Da aber die Restwärme mit der Zeit sehr stark abnimmt kühlt sich das ganze ab)


Wollen wir wirklich riskieren dass uns Stromenergie so viel kostet? Quasi ein Glückspiel mit unbekannten odds? Wenn alles gut geht haben wir "billigen"(?) Strom, wenn nicht halt Pech gehabt. Jedenfalls die, die nicht in unmittelbarer Nähe des betroffenen Kraftwerkes wohnten, die anderen nämlich haben voll Pech gehabt, alles verloren und evtl. auch noch ihre Gesundheit?

Und wann ist es im Leben anders? Wenn dir in Japan ein Tsunami/Erdbeben oder in den USA ein Sturm das Haus wegreißt, dann ist das halt PP. Man kann per natürlicher Strahlung Krebs bekommen und daran sterben. Wenn wir Windkraftwerke bauen und sie von einem Erdbeben zerstört oder während unsere Solaranlagen in Afrika stehen dort mal wieder ein Bürgerkrieg ausbricht, oder Pakistan seine Bomben zündet, dann ist das halt so. Man kann nicht alle Unbekannten beeinflussen. Ich sehe immer noch nicht wieso AKWs im besonderen Maße gefährdet sein sollen und jeder Tag an dem sie in Betrieb sind für jeden von uns sozusagen ein Spiel mit dem Leben und Tod bedeutet. Das betrifft andere Quellen gleichermaßen. Man denke nur an die einfach explodierte Ölbohrinsel (da kannst auch mal Kosten ausrechnen, wobei da wirklich Lebewesen gestorben sind) bzw. periodisch stattfindender Öltankunfällen: Zum Rechnen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bede ... f%C3%A4lle
Ich sehe schließlich immer noch nicht, warum den AKWs eine solche Priorität zugeordnet wird. Für mich und meine Familie ist der Raucher von Nebenan eine viel größere Bedrohung (womöglich noch mit Handystrahlung), als deutsche AKWs wohl je sein werden (es sei denn es kommt ein Meteorit und ein AKW gibt nach). Diese Gefahren sind sicherer (also immer da und nicht alle 30 Jahre in einem Land, wobei bis 2070 die Uranvorkommen eh erschöft sein sollen (wobei man bis dahin wohl gezwungen wäre langsam mal das Problem der Endlagerung zu lösen). Dass bis dahin Deutschland ein Erdbeben mit der Stärke 9 oder eben etwas anderes unerwartetes heimsucht, dürfte unwahrscheinlich sein) und unmittelbar beeinflussbar. Den Eifer die AKWs besser heute als morgen abzuschalten sollte man mal in andere Kanäle werfen und man hätte mehr davon.

Wenn Stromerzeugungskosten als Argument herangezogen werden, dann aber bitte etwas differenzierter. Atomstrom kostet 0,04 € / KWh. Was genau ist da drin und was noch kommt oben drauf? Ausstieg aus der Kernenergie (ca. 20%), Ersatz durch erneuerbare (ca. 15%) und Gaskraftwerke (Rest) kostet ca. 10% mehr. Anders ausgedrückt. wenn ich ca. 10% Energie spare, ist es für mich kostenneutral! Bitte immer wieder berücksichtigen die versteckten Kosten (nicht die Risikokosten) betragen deutlich mehr als 10%. Umstieg auf erneuerbare Energien ist ehrlich gerechnet womöglich auch noch billiger und schafft nachher auch noch Arbeitsplätze. Wie das? Wir schaffen dadurch Know How ... und davon lebt Deutschland!

Bin nicht qualifiziert genug, um die Rechnung bewerten zu können. Ich habe überhaupt keine Ahnung, wie solche Rechnungen zustande kommen, weil für mich da einfach zu viele Faktoren zu berücksichten sind.

Photon

Beiträge: 6

Registriert: Di 31. Mai 2011, 07:48

Beitrag Mi 1. Jun 2011, 07:36

Re: AKW - Ja oder Nein ?

Hallo Quadrat,

wird jetzt wohl ein Dialog zwischen uns. Möglicherweise interessiert sich sonst niemand? Deshalb auch nur ganz kurze Antworten.

1. Absatz
In der Ukraine und Weißrussland gibt es noch riesige Sperrzonen, sie wurden sogar vergrößert und gelten noch für mindestens 100erte von Jahren.

2. Absatz
Ich vergleiche nicht Kosten einer Naturkatastrophe oder eines Börsencrash, sondern Strom aus Kernenergie und Erneuerbaren.
Sperrzonen kosten Geld, denn Boden ist ein Produktionsfaktor.

3. Absatz
Auch hier, wir vergleichen KKW mit z. B. Windkraftwerken, also nicht mit Tiefseeölbohrtürmen. Ein Vergleich mit einem Abklingbecken / Atommülltransport / Endlager und einem Wasserstofftanker, -lager, -tankstelle, ... wäre hingegen angebrachter. (Erzeugung, Transport und Speicherung von Energie gehören zusammen).
Super GAU bei KKW sind reell und wirklich aufgetreten. In Fukushima gleich mehrere Male. Im Nachhinein waren sie unerwartet und auf Grund einer Verkettung unglücklicher Umstände. Anzunehmen es gäbe ab sofort, oder zumindest in deutschen KKW keine Super GAUs ist für mich weltfremd.
Risiko bedeutet nicht, dass etwas NICHT passiert, sondern nur WANN es passiert!

Gluon

Beiträge: 19

Registriert: Do 10. Jun 2010, 14:38

Beitrag Mi 1. Jun 2011, 09:43

Re: AKW - Ja oder Nein ?

Hallo No-Idea
No-Idea hat geschrieben:1. Absatz
In der Ukraine und Weißrussland gibt es noch riesige Sperrzonen, sie wurden sogar vergrößert und gelten noch für mindestens 100erte von Jahren.

s.o. oder siehe Artikel von Joachim. Ich mag keine Wiederholungen.

2. Absatz
Ich vergleiche nicht Kosten einer Naturkatastrophe oder eines Börsencrash, sondern Strom aus Kernenergie und Erneuerbaren.
Sperrzonen kosten Geld, denn Boden ist ein Produktionsfaktor.

Achso. Dir geht es um die Behauptung erneuerbare Energien wären zu teuer. Dann bin ich leider der falsche Diskussionspartner. Tut mir leid, das will ich nicht beurteilen.

3. Absatz
Auch hier, wir vergleichen KKW mit z. B. Windkraftwerken, also nicht mit Tiefseeölbohrtürmen. Ein Vergleich mit einem Abklingbecken / Atommülltransport / Endlager und einem Wasserstofftanker, -lager, -tankstelle, ... wäre hingegen angebrachter. (Erzeugung, Transport und Speicherung von Energie gehören zusammen).

Ich glaube ich habe deine Kritik missdeutet und wir sind deutlich näher einer Meinung. Dass ein Atomausstieg notwendig ist, zeigt mE schon das Endlagerproblem, dass bis heute nicht gelöst worden ist. Wobei, wie gesagt auch andere Quellen beherbergen ihre Risiken.

Risiko bedeutet nicht, dass etwas NICHT passiert, sondern nur WANN es passiert!

Das habe ich nie in Frage gestellt. (Wenn man länger wartet als das Universum alt ist, kann man sich hinter eine Wand "teleportieren"^^) Im Gegenteil. Wieso das Risiko mE gering genug ist habe ich aber schon erklärt. Und ich sage nicht, dass man den Ausstieg nicht machen soll, sondern lediglich, dass ich ihn aus o.g. nicht so dringend sehe, wie so mancher, der jeden Tag fürchtet, dass ein Tsunami unsere AKWs unsicher macht.(oder halt was anderes Unerwartetes, obwohl Erdbeben in Japan ja etwas Gewöhnliches sein sollen, nur nicht solcher Stärke).
Benutzeravatar

langlebiges Kaon

Beiträge: 476

Registriert: Mo 7. Jun 2010, 23:03

Wohnort: Schleswig-Holstein

Beitrag Mi 1. Jun 2011, 09:59

Re: AKW - Ja oder Nein ?

NoIdea hat geschrieben:Man müsste Geld in die Erforschung regenerativer Energien stecken, das würde Wirkungsgrade verbessern und neue Technologien ermöglichen.


über dieses häufig zu hörende Argument wundere ich mich immer wieder. Es wird doch sehr viel Geld in die Erforschung regenerativer Energien gesteckt. Schon lange. Aber es gibt eben auch technische und theoretische Grenzen, die man auch mit allen Geldmitteln der Welt nicht überwinden kann. Es wäre schön, wenn es so einfach wäre, wenn man wissenschaftlichen Fortschritt einfach kaufen könnte. Aber leider ist es nicht so.

Natürlich bin auch ich fuer einen sofortigen Umstieg von Kernkraft, Kohle und Gas auf 100% Sonne und Wind. Ich fürchte nur, dass das nicht so einfach ist, wie es sich anhört. Wir werden auf der Seite der erneuerbaren Energien zumindest noch Biomasse und Wasser haben. Beides ist nicht ganz unproblematisch. Und wir werden für den Umbau vermutlich noch einige Jahre brauchen. Der Atomausstieg ist leider, wie es aussieht, ein Wiedereinstieg in die Kohle.

Was Fukushima betrifft, so gibt es durchaus Hinweise, dass es dort Versäumnisse gegeben hat. Siehe den Blog von Michael Khan. Hätte man die Notstromversorgung, oder zumindest Ersatzteile dafür, auf einem Hügel gelagert oder hätte es eine mobile Kraftstation in Reichweite gegeben, so hätte man möglicherweise einige Folgen verhindern können.

Es wird immer so getan, als sei Kernschmelze das groesste Problem für die Bevölkerung. Das ist nicht der Fall. Der Ausstoß an radioaktiven Isotopen ist die kritische Groesse.

Gruß,
Joachim

Photon

Beiträge: 6

Registriert: Di 31. Mai 2011, 07:48

Beitrag Mi 1. Jun 2011, 23:00

Re: AKW - Ja oder Nein ?

Hallo Joachim,
auch Dir vielen Dank für die Antwort.

Ich habe mich absolut falsch ausgedrückt.
Wenn ich über Forschungsgelder schreibe dann meinte ich aus der Kernkraft abziehen. Wir brauchen doch in Richtung KKW nichts mehr forschen! Die Dinger laufen jetzt, rüsten wir halt noch mal auf den aktuellen Stand, fertig. Wieso noch forschen? In ca. 10 Jahren ist Schluss!
Doppeltes Forschungsgeld bedeutet wohl nicht doppelter Erfolg, allerdings erwarte ich doch einen Erfolg.

Vom sofortigem Umstieg habe ich allerdings nie etwas geschrieben, da hast Du etwas missverstanden.

Welche Umstände genau in Fukushima zur Katastrophe geführt haben wollte ich nicht erörtern. Die Grund-Ursache, also das eigentliche Problem ist doch das Eintreten einer VERKETTUNG UNERWARTETER EREIGNISSE.
Wenn wir jetzt unsere KKW sicher machen wollen, dann müssen wir nur diese Ursache abstellen. Ist das jetzt ein Paradoxum?

Nein, Kernschmelze ist gar kein Problem. Es ist halt nur die Ursache für unerwünschte Folgen.
Wie wahrscheinlich ist es das die Schmelze sich durch den Boden geschmolzen hat? Oder gibt es dafür bzw. dagegen harte Fakten?


Es fällt mir offensichtlich sehr schwer einfache Dinge zu sagen.

Auf die Frage "AKW - Ja oder Nein ?" Von mir ein klares NEIN.

    Wie schnell wir da raus können weiß ich nicht. Bis 2022 sagt unsere Regierung jetzt. Ich erinnere noch einmal, vor ein paar Monaten war das nach Aussage der gleichen Regierung gar nicht möglich! Wie glaubhaft ist das denn?
    Das Risiko eines Super GAU ist real, nicht fiktiv. Begriffe wie Stresstest helfen nicht. Fukushima hätte nach Meinung von Experten den Stresstest bestanden. Ein KKW welches den Stresstest nicht besteht wird nicht automatisch abgeschaltet oder aufgerüstet!
    Die Behauptung alternative Energien, insbesondere Umweltfreundliche kosten zu viel ist irreführend. Unsre Bundesregierung geht bei dem neuen Mix (ohne Kernenergie und mit einer Verdoppelung regenerativer Energien (weitere 15% vom Gesamtstrombedarf) von einer Kostenerhöhung von 10% aus! Dabei sind nach wie vor die Kosten für Versicherung von KKW Unfällen, Endlagerung, etc. NICHT berücksichtigt.

Anti-Myon

Beiträge: 140

Registriert: Sa 14. Aug 2010, 01:38

Beitrag Mo 6. Jun 2011, 12:44

Re: AKW - Ja oder Nein ?

No-Idea hat geschrieben:
    Wie schnell wir da raus können weiß ich nicht. Bis 2022 sagt unsere Regierung jetzt. Ich erinnere noch einmal, vor ein paar Monaten war das nach Aussage der gleichen Regierung gar nicht möglich! Wie glaubhaft ist das denn?

Also Ich finde das Verhalten unserer Regierung sehr amuesant. Ploetzlich sind alle Parteien gegen Atomkraft und die Bundeskanzlerin will den Gruenen die Waehler klauen und die Union zur Anti-Atomkraft-Partei machen... wird aber aus den eigenen Reihen nun torpediert (Vaatz, stellvertr Fraktionsvorsitzender von CDU/CSU und Kretschmer, Generalsekretaer der CDU Sachsen...) und bei der FDP (Zastrow, stellvertretender Bundesvorsitzender) ist das selbe Bild...:
http://www.tagesschau.de/multimedia/vid ... _res-.html
Es ist einfach nur zum Schreien komisch, wie schnell die Parteien Ihre Meinung aendern.

@Quadrat... das mit dem Konsum und der Tabaksteuer ist ebenso eine sehr amuesante Angelegenheit: Die Erhoehungen wurden damit gerechtfertigt, Leute zu motivieren, das Rauchen aufzuhoeren, aber das koenne wiederrum Arbeitsplaetze in der Tabak- und Werbeindustrie kosten, daher wurde dann immer beschlossen, die Tabaksteuer stufenweise zu erhoehen, damit nicht zu viele auf einmal aufhoeren (war das nicht eigentlich der Sinn der Steuer, dass viele auf einmal aufhoeren?)... Die Steuerpolitik ist diesbezueglich ziemlich paradox, aber genauso ist es bei den Preisen fuer die Energie, die Staatsverschuldung und vielem anderen was so schief laeuft: Man verkauft das ganze jeweils als kleine einzelne Schritte und somit wird es keine so dramatischen Auswirkungen haben: Wenn die Staatsschulden sich ueber Jahrzehnte anhaeufen so sieht man nicht, wie weit man schon in der Scheisse drinsteckt und wenn die Energie nur in kleinen Schritten teurer wird, so faellt einem nicht so auf, wieviel man eigentlich insgesammt fuer Energie ausgibt und wieviel man spaaren koennte. Die Energie wird teurer und wir werden uns darauf einstellen muessen, also warum nicht einfach ueber Steuern die Energie schon jetzt richtig teuer machen, damit sich die Leute darauf einstellen und die Unterhalskosten beim Kauf einer neuen Waschmaschiene oder eines neuen Gefrierschrankes eine wichtigere Rolle spielen als die Anschaffungskosten... Man sollte, wie auch beim Einkommen, einen gewissen Steuerfreibetrag haben um damit Leute die bereits genug Energie spaaren zu belohnen und Menschen geringeren Einkommens nicht zu sehr zu belasten. Nur mal so eine vermutlich zu Buerokratische Idee von mir zu dem Thema.
Viele Gruesse
$\vec b^{ \underline{ \tilde l \underline a}} b\!\!\!/ ^{\hat l \underline{\breve u} \overline{ \dot b \vec{ \ddot b b^\prime}}}$

Photon

Beiträge: 6

Registriert: Di 31. Mai 2011, 07:48

Beitrag Fr 23. Dez 2011, 13:04

Re: AKW - Ja oder Nein ?

Hallo,

mittlerweile sind ja einige Monate ins Land gegangen. Ewartungsgemäß hat sich das Interesse der Nichtbeteiligten gelegt. in den Medien hört man entsprechend nicht mehr sehr viel. Kann da jemand noch etwas zu sagen?

Es gibt ein gesperrtes Gebiet, wie groß, wie lange, wie gefährlich, ...?
Wie ist der Zustand der Reaktoren? Werden noch radiaktive Partikel freigesetzt?
Wie sieht die Zukunft der Kernernergie auf unserer Welt aus?

Wer kann noch etwas sagen?

Anti-Myon

Beiträge: 140

Registriert: Sa 14. Aug 2010, 01:38

Beitrag So 25. Dez 2011, 01:44

Re: AKW - Ja oder Nein ?

Der Betreiber behauptet alles unter Kontrolle gebracht zu haben... war vor kurzem in der Tagesschau:
http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima562.html
Fand das ganz interessant, wie man so eine Aussage interpretieren kann... Scheint so als wuerde der Betreiber weiter so machen wie bisher:
Viel Beschwichtigen und schoen reden und das von der Politik vorgegebene Mindestmass an Sicherheit gerade noch einhalten... oder zumindest es so aussehen lassen.
Viele Gruesse
$\vec b^{ \underline{ \tilde l \underline a}} b\!\!\!/ ^{\hat l \underline{\breve u} \overline{ \dot b \vec{ \ddot b b^\prime}}}$

Anti-Myon

Beiträge: 140

Registriert: Sa 14. Aug 2010, 01:38

Beitrag Mo 26. Dez 2011, 20:44

Re: AKW - Ja oder Nein ?

Hier ein aktueller Zwischenbericht zur Lage in Fukoshima: http://www.tagesschau.de/ausland/fukushima636.html
Viele Gruesse
$\vec b^{ \underline{ \tilde l \underline a}} b\!\!\!/ ^{\hat l \underline{\breve u} \overline{ \dot b \vec{ \ddot b b^\prime}}}$

Myon

Beiträge: 108

Registriert: Mi 5. Dez 2012, 10:15

Beitrag So 9. Dez 2012, 12:36

Re: AKW - Ja oder Nein ?

Mr. M. hat geschrieben:Hallo Leute,

angeheizt durch die schrecklichen Ereignisse in Japan durch Erdbeben, Tsunami und den sich immer noch im kritischen Zustand befindlichen AKWs in Japan, ist auch hier in Deutschland die Debatte über die Stilllegung von AKWs in ganz Dtl wieder laut geworden. Ich wüsste gerne mal eure Meinung Rund um AKWs, erneuerbare Energien, Kernenergie ja/nein, etc. Was findet ihr positiv, was negativ an der aktuellen Entwicklung hier in Deutschland bezüglich der Strompolitik?

Viele Grüße,

Mr. M.


Klares NEIN

Begründung:

8-) Zukunftsorientiert denken können ... :shock:

Beispiel Natur

Thermo haline Zirkulation

http://www.3sat.de/nano/diverses/stroem ... ungen.html

Diese Strömung wird oft fälschlicherweise partiell dargestellt/ ausgelegt.

Es existiert primär eine einzige Strömung, es ist die Tiefseeströmung. Es existiert primär eine einzige "Pumpe" dafür > vor Grönland > durch Kälte sinkt Wasser in große Tiefe, durch den Graben, gegenüber in 50% Tiefe (Beschleunigung durch halbe Wegstrecke gegenüber wieder nach oben, usw.) wieder aufwärts, treibt so die Weltweite Tiefseeströmung an.
Sekundär ist es die Strömung darüber, die durch die primäre Strömung transportiert wird.
Es geschieht hier dadurch Wetter.

Fazit:
Wird das Primäre gestoppt, dann ist das Sekundäre ohne Funktion.
(Folgeschaden > das Weltmeer stagniert /nach ca. 500 Jahren) > es bildet sich die Rotalge > primäres Aussterben > Eiszeit > Plutonium > sekundäres Aussterben durch "gehemmte" DNA.

Manko
Plutonium

Unmengen davon befinden sich unter einer 5 m dicken Eisdecke u.a. im Norden von Russland.
Eine km dicke Eisdecke führt Eiswasserkanäle mit weit über 300 km/h, treten am Rand einer Eisdecke aus.
Jetstreams in expliziter Höhe verteilen Plutonium mit ca. 400 km/h bis über 500 km/h.

Russland

http://www.beobachter.ch/natur/umweltpo ... todeszone/

In Musljumovo hingegen leben weiterhin Menschen.


Erst 1989, als sich Russland gegenüber dem Westen zu öffnen begann, erfuhr die Welt von zwei weiteren Atomkatastrophen, die sich in der Anlage ereignet hatten. 1957 war ein Tank mit 250'000 Litern einer plutoniumhaltigen Flüssigkeit explodiert und hatte eine Fläche von rund 10'000 Quadratkilometern im Nordosten der Anlage verseucht. Zehn Jahre später, im heissen Sommer 1967, trocknete der Karatschai-See aus, den die Majak-Verantwortlichen ab 1951 als atomare Müllkippe verwendet hatten. Die radioaktiven Substanzen, die sich am Seegrund abgelagert hatten, wurden vom Wind aufgewirbelt und verstreut. Beide Gebiete, zusammen halb so gross wie die Schweiz, gelten heute als «Naturschutzgebiet», mit Stacheldrahtzaun und Bewachern.


http://www.urlaub-im-web.de/russland-superlative.html

Es gibt etwa 120 Tausend Flüsse und Ströme.
Die wichtigsten Flüsse, die in das Nordpolarmeer münden, sind Peschora, Nord Dwina, Ob, Irtysch, Jenissei, Lena, Kolyma, Indigirka.
Die wichtigsten Flüsse, die in den Pazifischen Ozean münden, sind Amur und Anadyr.
Don und Kuban und Newa münden in Atlantik und die Wolga in das Kaspische Meer.
Andere wichtige Flüsse sind Angara, Kama, Kolyma, Moskwa, Oka, Selenga, Tobol, Steinige & Untere Tunguskas, Ural, Ussuri, und viele mehr ...
Vorherige

Zurück zu Sonstiges zur Physik und Chemie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Designed by ST Software for PTF.
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de